Yoga

Yogachallenge auf Instagram? – Auf jeden Fall!

Yoga und Instagram – anscheinend eine bereits lange andauernde Liebesgeschichte.

Viele meiner Schüler fragen mich derzeit wie Instagram funktioniert und was es mit diesen „Instagram-Yoga-Challenges“ auf sich hat. In diesem Beitrag möchte ich also einmal erklären, warum ich Instagram großartig finde, und warum ich sogar einigen meiner Schülerinnen und Schülern empfehle, es einfach mal auszuprobieren.

Anfang 2016 kam eine Schülerin nach einer Yogastunde zu mir und fragte mich, ob ich denn einen Instagram-Account hätte. Ich war gerade dabei mich auf meine Masterarbeit im Fach Kunstgeschichte zum Thema „Das Selfie. Selbstporträt 2.0“ vorzubereiten und entgegnete ihr, dass ich zurzeit genug von sozialen Netzwerken hätte. Sie lächelte verständnisvoll und nannte mir trotzdem Ihren und einige für sie inspirierende Yoga-Accounts, die ich mir unbedingt mal anschauen sollte. Da ich mich zu Recherche-Zwecken für die Masterarbeit sowieso anmelden wollte, legte ich mir daraufhin , etwas zögerlich, und in der Tat etwas vorurteilsbehaftet, („Alles nur vereinsamte Selbstdarsteller ohne substanzielle philosophische und historische Kenntnisse über Yoga!“- Ja, auch ich bin nicht immer frei von Vorurteilen) einen eigenen Account zu. Erst einmal besuchte ich, wie versprochen den Account meiner Schülerin.

https://www.instagram.com/p/BRuj_wLhCrx/?taken-by=odioxy

An dieser Stelle, vielen Dank an Nathalie, alias @odioxy, für die Inspiration. Nathalie ist heute eine sehr gute Freundin und selbst Yogalehrerin.

Ich fand die „Atmosphäre“ dieses sozialen Netzwerks direkt sehr angenehm. Dort herrscht ein sehr liebevoller Umgangston, anders als bei Facebook. Menschen, die ähnliche Interessen haben, tauschen sich aus, und inspirieren und motivieren sich gegenseitig. Wie auch immer, haben es die Urheber geschafft ein soziales Netzwerk zu kreieren, dass auf viele Nutzer einladender wirkt. Ich selbst bewege mich durch Instagram mit wesentlich mehr Leichtigkeit als durch Facebook.

Instagram-Yoga-Challenges – eine neue Form von Yoga?

Als ich dann das Konzept der sogenannten „Instagram-Yoga-Challenges“ entdeckte, war ich wirklich hin und weg. Yoga üben, frische Inspiration erhalten und yogische Preise gewinnen – Eine wirklich interessante Sache. Ziel dieser, von meist erfahrenen Yogis angebotenen Challenges, ist es, Yoga mehr in den Alltag zu integrieren und die Teilnehmenden dazu zu motivieren, möglichst jeden Tag Yoga zu praktizieren. Die Gastgeber („Instagram-Yogalehrer“) posten jeden Tag ein Bild von sich, in der Yoga-Position des Tages auf Instagram und erklären diese Asana im zugehörigen Text. Man sollte Anfangs darauf achten, sich Challenges auszusuchen, die nicht zu anstrengend sind. Es gibt gerade für Anfänger wirklich schöne und passende Challenges. So mutet man sich nicht direkt zu viel zu und bleibt mit Freude dabei. Generell würde ich auch für Yoga-Fortgeschrittene empfehlen es langsam angehen zu lassen und sich natürlich immer bewusst zu sein, dass eine Anleitung aus der Ferne keinen professionellen Yogaunterricht ersetzt. Viele Instagram-Yogis bestreiten unzählige Challenges gleichzeitig, sodass die Home-Practice nur aus den Inhalten der Challenges besteht. Für mich wäre das eindeutig zu viel, aber wer sich so motivieren kann- warum nicht?

Meine erste Yoga-Challenge 

Ich meldete mich also zu einer Challenge namens #MythicAutumnYoga an, schaltete mein Profil auf öffentlich, schaute mir die angegeben Haltungen schon zwei Wochen vor dem offiziellen Start an und ließ meinen Mann, wenn es zeitlich passte, ein Foto in der gewünschten Haltung von mir machen. Um etwas Druck aus der Sache zu nehmen, hatte ich zu Beginn der Challenge schon 4 von 10 Bildern im Kasten und in der Tat animierte mich dieser Herausforderung nochmal zu einer täglichen Yogapraxis. Die wundervollen Gastgeberinnen und zwei meiner „Lieblings-Instagram-Yogis“ @elena_miss_yoga und @sirisyoga, erklärten zu jeder Asana die passende mythologische Geschichte und die Vorgehensweise und ich freute mich jeden Tag auf ihre großartigen Texte. Einige davon las ich in meinen eigenen Yogastunden vor. Hunderte Yogis nahmen teil und wunderschöne, einfallsreiche Bilder kamen zu Stande. Die Teilnehmer motivierten sich gegenseitig, stellten sich Fragen und unterstützten sich täglich. Eine wunderbare neue Form von Yoga, wie ich finde. Zu meiner Verwunderung wurde ich sogar als eine der Gewinnerinnen der Challenge ausgesucht. Und trotz erprobter Egolosigkeit entschied ich mich, etwas stolz zu sein.

https://www.instagram.com/p/BL1WHSchB5k/?tagged=mythicautumnyoga&hl=de

Das Schönste an der Challenge waren jedoch die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Viele Yoga-Liebhaber, darunter Lehrer, Autodidakten und Sponsoren, mit denen ich noch heute in engem Kontakt stehe und eigene Challenges für Instagram gestalte. Ich bin großer Fan der Idee, sich ganz kostenfrei, an Challenges zu beteiligen, neue Leute kennenzulernen, neue Yogastile zu erkunden, neue Haltungen und deren Wirkung zu erlernen und gleichzeitig die eigene Kreativität zu fordern. Definitiv kann es eine einzelne spannende Erfahrung oder eine wiederholt genutzte Motivation sein, um nochmal auf die Yogamatte zu hüpfen. Mittlerweile konnte ich viele meiner Schülern und Freunde für Instagram begeistern und jeder findet seinen persönlichen Mehrwert. Nicht selten kommen Schülerinnen zu mir und berichten freudig über Fortschritte, die sie gerade mal nicht in meinem Unterricht, sondern ganz allein, Zuhause auf der Matte, während einer Challenge gemacht haben.

So gibt es und wird es immer kritische Stimmen geben. Wir alle kennen Aussagen wie: „So viel Selbstdarstellung auf Instagram“, „Das ist doch kein gewissenhaft praktiziertes Yoga“ oder „Yoga legt keinen Wert auf Äußerlichkeiten“ usw. Oft steckt dahinter, das eigene Unvermögen und die damit einhergehende Frustration nicht in der Lage zu sein solche schillernden Yoga-Bilder wie die berühmten, perfekt geformten Instagram-Yogis zustande zubringen. Wenn beim Betrachten solcher Bilder Gefühle wie Neid und Missgunst auftreten, ist es dann nicht erst recht Zeit die Yogamatte auszurollen? Um an einer Challenge teilzunehmen, braucht ihr definitiv keine perfekten Bilder. Ganz im Gegenteil. Ich finde Yoga-Schnappschüsse mit Hund & Katze und schrägen Winkeln oft wesentlich spannender.

Ich freue mich, wenn sich eure Fragezeichen langsam verflüchtigt haben. Konnte ich euer Interesse wecken? Dann ist es Zeit Berührungsängste loszulassen. Wie wäre es dazu mit einer kleinen Challenge?Schaut vorbei auf Instagram. Unsere Instagram-Accounts mit nicht immer perfekten Bildern findest du hier: @yogimobil

 Eure Kim

 

 

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